Zehn Fragen zu Büchern

Zehn Fragen zu Büchern

 

fragebogen

 

Birgit von Sätze & Schätze hat einen bereits 2015 schon einmal veröffentlichten Fragebogen wieder hervorgeholt und nachdem ich mich jetzt interessiert durch so einige Antworten von Euch gelesen habe, versuche ich mich selber auch mal an der Beantwortung. Wobei ich wie jedes Mal in so einem Fall überlege, was genau mich eigentlich dermaßen an Fragebögen fasziniert, dass ich kaum einen links liegen lassen kann…

Zehn Fragen zu Büchern

 

Das erste Buch, das du bewusst gelesen hast?

“Doktor Aibolit” von Kornej Tschukowski. 10 Mark, selbst gekauft, selbst gelesen, ich war sechs. Das Buch ist heute noch in meinem Besitz. Ganz bewusst habe ich in diesem Alter auch “Ein Kinderbuch” von Bertolt Brecht gelesen, ich fand das Buch so völlig anders als andere Kinderbücher und kam mir damit furchtbar erwachsen vor.

Das Buch, das Deine Jugend begleitete?

“Kinder vom Paraná” von Paul Zech. “Die Großmutter” von Božena Němcová. Beide habe ich gefühlte tausend Mal gelesen und beide sind (Dank des weltbestens Lebenspartners) WIEDER in meinem Besitz und werden immer noch gelesen.

Das Buch, das Dich zur Leserin/zum Leser machte?

DAS Buch gibt es da nicht. Ich kenne mich und mein Umfeld nur lesend. Für mich war lesen von Anfang an eine Grundeigenschaft des Lebens wie essen oder trinken, die dazu gehört und die man lernt. Natürlich ging es mir viel zu langsam. Ich hatte ein Riesenarsenal an Büchern, bevor ich lesen konnte, habe vorgelesen bekommen und begeistert Schallplatten gelauscht. Das Lesenlernen haben meine Eltern aber in der Tat der Schule überlassen. Zum Leser wurde ich definitiv durch Märchen. Aus aller Herren Länder. Ich habe noch als Erwachsene ewig Märchenbücher gesammelt und hüte noch immer ein paar Schätze des leider nicht mehr existenten Artia-Verlages aus Prag.

Das Buch, das Du am häufigsten gelesen hast?

“Der gestreifte Kater und die Schwalbe Sinhá” von Jorge Amado. Mit den zauberhaften Illustrationen von Carybè. Die schönste und traurigste Liebesgeschichte der Welt. Tragische Romantik mit Kitschfaktor Null. Da bleibt kein Auge trocken, vor Allem bei mir nicht, weil ich dieses Buch mal irgendeiner Person geschenkt habe, was ich im Nachhinein sehr bereut habe, denn dieses Buch fehlt mir wirklich sehr.

Das Buch, das Dir am wichtigsten ist?

Am Wichtigsten. Hm. Das klingt so ausschließlich, da mag ich mich nicht festlegen. Ich finde es wichtig, ein Grundgesetz im Bücherregal zu haben und es auch zu lesen.

Das Buch, vor dem Du einen riesigen Respekt bzw. Bammel hast?

Jeder Fragebogen hat eine Frage, die mich heillos überfordert. Das ist sie. Warum sollte ich BAMMEL vor einem Buch haben?

Das Buch, das Deiner Meinung nach am meisten überschätzt wird?

Ah, die setz-dich-in-die-Nesseln-Frage. “Ulysses” ( Ich glaube fest daran, das James Joyce auf irgendeiner Wolke sitzt und sich tagtäglich über das Bohei kaputt lacht, was mit diesem Buch seit Generationen veranstaltet wird. ) “Tschick” von Wolfgang Herrndorf. Generell meide ich arg gehypte Bücher, meist sind sie für mich eine Enttäuschung.

Das Buch, das Du unbedingt noch lesen willst – wenn da einmal Zeit wäre?

DAS Buch gibt es auch hier nicht. Ich habe aber schon ewig vor, mich näher mit Erich Mühsam zu befassen, hab aber auch in diesem Jahr noch nicht so den wirklichen “Anfasser” gefunden.

Das Buch, das Dir am meisten Angst macht?

Mir machen Bücher/Druckerzeugnisse Angst, die mir von besonders freundlichen Menschen auf der Straße KOSTENLOS aufgedrängt werden. Und an der Wohnungstür. Vor denen hab ich so viel Angst, dass ich gar nicht erst aufmache.

Das Buch, das Du gern selbst geschrieben hättest?

Ich bin zu faul, zu undiszipliniert und  viel zu ungeduldig, um über schriftstellerische Arbeit auch nur ansatzweise nachzudenken. Nein, ich möchte nicht schreiben. Ich bin Leser.

Danke fürs Teilen!

2 comments

  1. Neyasha -

    Spannend, ich könnte nicht mehr sagen, welches das erste Buch war, das ich bewusst gelesen habe. Sicher eins von den Kinderbüchern, die wir von meinen älteren Geschwiestern zuhause hatten, aber welches, das ist die Frage. Möglicherweise “Das siebente Kätzchen”, aber das ist vermutlich schlichtweg eins von denen, das ich am häufigsten gelesen habe.

    “Ulysses” halte ich auch für sehr überschätzt. “Tschick” schlummert noch auf meinem SuB, da hoffe ich mal sehr, dass es mir besser gefällt als dir.

  2. Devona -

    Ich kann mich an jedes Einzelne erinnern, ich war aber auch wirklich…hmmm…BUCHKRANK als Kind. Wenn man das so nennen soll. Im Nachhinein betrachtet würde ich sagen, so wirklich GESUND war es jedenfalls nicht. Ich bin gespannt, wie Du (irgendwann mal) Tschick finden wirst. Es ist ein unterhaltsames Buch, gar keine Frage, mir hat aber z.B. Herrndorfs Tagebuch mehr gegeben. Wobei man das auch nicht wirklich VERGLEICHEN kann und sollte. Ich finde Tschick einfach irgendwie gehyped und mir hat sich nicht erschlossen, warum. Und der Ulysses ist halt der Ulysses. :-)

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