Mörderkind – Inge Löhnig

Mörderkind – Inge Löhnig

 

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Erschienen: 05.12.2014 bei List (Ullstein)
Autor/in: Inge Löhnig

Klappentext: Ihr Leben lang war sie für alle nur das Mörderkind. Fionas Kindheit war ein Alptraum. Und nun ist ihr Vater tot. Seine letzten Worte galten ihr: »Ich bin kein Mörder.« Widerstrebend macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Beginnt nachzuforschen, befragt ihre Familie. Und stößt auf ungeheuerliche Geheimnisse und eine Intrige, deren tödliches Gift bis heute wirkt …

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“Mörderkind” hat mich einigermaßen ratlos zurück gelassen. Ich habe vor längerer Zeit  zwei oder drei Dühnfort-Krimis von Inge Löhnig gelesen, die mir noch ganz positiv in Erinnerung sind. Nichts, was den Leser mit innovativen Ideen vom Hocker fegt, aber nette Unterhaltungskrimis, was Spannendes für Urlaub, Reise und zwischendurch. Das ist im Thriller/Krimi-Genre mittlerweile selten genug. Tja, dann kam “Mörderkind”…

Wenn es nicht drauf stände, würde ich nicht glauben, dass “Mörderkind” von Inge Löhnig geschrieben wurde. Stil und Ausdruck sind groschenromanmäßig. Nicht nur die Protagonistin Fiona bedient sich mehr oder weniger häufig (eigentlich andauernd) der Gossensprache. Wenn diverse F-und-ähnliche-Wörter gefühlt auf jeder Seite fünfmal vorkommen, sind sie halt kein provokantes Stilmittel mehr, nicht mal witzig, sondern einfach nur platt. Ich bin nicht prüde, nix Menschliches ist mir fremd, aber irgendwann hat das einfach nur noch genervt.

Die Idee für den Plot (Achtung, Spoiler) – Intrige bringt Unschuldigen hinter Gitter, nach Haftverbüßung wird er in Freiheit ermordet, Tochter begibt sich auf Spurensuche in die Vergangenheit – fand ich richtig gut. Die Umsetzung allerdings furchtbar. Das für die Intrige notwendige Verbrechen wurde dermaßen dilettantisch in Szene gesetzt, dass man froh ist, in diesem Krimi nur minimal über Polizeiarbeit zu lesen. Ich bin mir sicher, dass heutige Ermittlungsmethoden durchaus zu Tage fördern, ob ein Beil für einen Mord BENUTZT wurde oder nur mit Blut BESCHMIERT. Zumal, wenn  es keine Leiche gibt.

Der völlige Ruin für die Geschichte ist aber die Protagonistin Fiona selber. Sie wird von der Autorin in all ihren Eigenschaften dermaßen überzeichnet dargestellt, dass sie völlig unglaubwürdig wirkt. Keine ihrer sprunghaften, teilweise absolut überdrehten Handlungen ist für den Leser auch nur ansatzweise nachvollziehbar. Gepaart mit einer von Haus aus nervigen Art ist Fiona unerträglich. Eigentlich unvorstellbar, dass SIE nicht als Leiche endet. :-) Sie ist 25, benimmt sich aber wie eine pubertäre 13-Jährige.

Ich machs kurz, alles andere wäre hier Zeitverschwendung für mich. Zwei Sternchen für die Plot-Idee.

Fazit: Keine Leseempfehlung von mir. Lieber Dühnfort-Krimis von Inge Löhnig lesen.

 

 

 

 

 

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