Eisige Schwestern – S. K. Tremayne

Eisige Schwestern – S. K. Tremayne

 

Unbenannt

 

Hörbuch erschienen am 15.08.2015 bei audible
Laufzeit: 10 Stunden und 25 Minuten
Autor/in: S.K.Tremayne
Sprecher/in: Vera Telz

Klappentext: Ein Jahr nachdem die sechsjährige Lydia durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, sind ihre Eltern Sarah und Angus psychisch am Ende. Um neu anzufangen, ziehen sie zusammen mit Lydias Zwillingsschwester Kirstie auf eine atemberaubend schöne Privatinsel der schottischen Hebriden. Doch auch hier finden sie keine Ruhe. Kirstie behauptet steif und fest, sie sei in Wirklichkeit Lydia, die Eltern hätten den falschen Zwilling beerdigt.

Bald hüllen Winternebel die Insel ein, Angus ist beruflich oft abwesend, und bei Sarah schleicht sich das unheimliche Gefühl ein, etwas stimme nicht. Zunehmend fragt sie sich, welches ihrer Mädchen lebt. Als ein heftiger Sturm aufzieht, sind Sarah und Kirstie komplett isoliert und den Geistern der Vergangenheit ausgeliefert.

[wp-review]

“Eisige Schwestern” ist definitiv kein Psychothriller, nicht mal ein Krimi, ich würde es eher als (uninteressantes) Psychogramm eines der Protagonisten beschreiben. Eine auf dem Klappentext spannend zu lesende und wirklich psychothrillergeeignete Grundidee wurde zu Tode “verlangweilt”.

Die Leseleistung von Vera Telz ist respektabel, sie macht ihre Sache gut. Ich habe das Hörbuch unterwegs gehört und es ist ihr und dem Umstand, daß ich kein weiteres Hörbuch auf meinem Gerät hatte, zu verdanken, dass ich das bis zum Ende durchgezogen habe. Das Buch hätte ich abgebrochen und das vermutlich sehr schnell.

Die Handlung wird aus zwei verschiedenen Perspektiven geschildert, zum einen in der Ich-Form von Sarah, zum Anderen in der personalen Erzählform von Angus. Das hätte der Geschichte durchaus Dynamik geben können (ich finde diese Kombination sehr interessant zu lesen/hören), da aber Sarahs Part geschätzt mehr als drei Viertel ausmacht und aus sich ständig wiederholenden Gedankengängen besteht, wurde diese Chance leider vertan. Durch diese Struktur der Erzählweise wirkt Angus auf den Hörer auch glaubwürdiger und bodenständiger als Sarah, deren sprunghafte Gedanken oft weit hergeholt scheinen.

Die zentrale Frage (und nur darum geht es in dem Buch) -welcher Zwilling lebt?- war für mich schwer nachzuvollziehen. Ich bin keine Zwillingsmutter, bin aber fest davon überzeugt, dass Eltern auch eineiige Zwillinge zweifelsfrei auseinanderhalten können. Zumal in diesem Fall mehrmals die Rede davon war, dass eins der Kinder eher Papas Liebling, das andere eher Mamas Liebling war. Sie sind also zu Lebzeiten beider Kinder durchaus unterscheidbar gewesen.  Nach dem Tod von Lydia ist die Mutter sich aber überhaupt nicht mehr sicher, nur weil ihr Kind behauptet, der andere Zwilling zu sein? Diese permanente Hin-und Herschwanken von Sarah und ihre ellenlangen gedanklichen Abhandlungen zur Einzigartigkeit und Schönheit ihrer Kinder ermüden den Hörer dermaßen, dass ihm irgendwann wurscht ist, welches Kind es denn nun ist. Ich hatte mehrmals beim Hören den Eindruck, die Stelle, die ich grade hörte, zum zweiten mal zu hören, was aber nicht so war. Es wird permanent wiederholt. Auch die Szenen in in der neuen Schule des Kindes ähneln sich. Der Hörer fragt sich ständig, wann es denn in diesem Buch nun endlich mal so etwas wie Handlung gibt, allein es folgen wieder nur Gedanken von Sarah.

In keine der Personen konnte ich mich hineinversetzen. Sarah hat mich einfach nur genervt, Angus wirkte -vorsichtig ausgedrückt- seltsam bis abstoßend, Lydia/Kirstie befremdlich und teilweise überhaupt nicht kindlich.

Wirklich sehr gut gelungen fand ich allerdings die ausführlichen Beschreibungen der Landschaft, vor Allem der Insel, die wunderbar zu der düsteren Grundstimmung und dem Titel von “Eisige Schwestern” paßt. Die klirrende Winterkälte, die überall hinkriechende, klamme Feuchte , die eisigen Stürme, die raue See kann man förmlich körperlich spüren. Ich befürchte nur, dass dies Leser, die meinen, nach einem Psychothriller zu greifen, eher weniger interessiert. Akzeptabel, wenn auch teilweise etwas übersinnlich-wirr ist das Ende, an dem sich die Ereignisse auf einmal überschlagen, man ist froh, dass nun endlich doch was passiert. So schnell wie es losgeht, ist es dann aber auch schon vorbei, dann kommt noch der Aha-Epilog und das wars.

Fazit: 2 Sterne für die enttäuschende Umsetzung einer richtig guten Idee.

 

 

 

 

 

Danke fürs Teilen!

2 comments

  1. Neyasha -

    Über dieses Buch habe ich bisher fast noch nichts gutes gehört. Ich habe es aufgrund des potenziellen Gruselfaktors für mich eher ausgeschlossen, aber offensichtlich ist ja Langeweile eher ein Problem als Grusel. ;-)
    Das mit den Zwillingen kommt mir auch seltsam vor – ich bin mir eigentlich sicher, dass Eltern da ihre Kinder klar unterscheiden können.

  2. Devona -

    Da ist nix gruselig, da langweilst dich echt zu Tode. Ich würde ja gerne mal von ner Zwillingsmutter wissen, ob das so überhaupt vorstellbar ist, ich kenn aber leider keine :-)

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