Das Haus der Lügen – Stephanie Lam

Das Haus der Lügen – Stephanie Lam

 

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Erschienen: 11.05.2015 bei Page & Turner
Autor: Stephanie Lam
Klappentext:

Eine alte Villa an der Südküste
Englands – und in jedem Zimmer schlummert ein dunkles Geheimnis.

1924: Der 19-jährige Robert Carver will den Sommer bei seinem reichen Cousin Alec Bray und dessen hübscher Frau Clara verbringen, die im Castaway House, einer Villa auf den Klippen des kleinen Küstenstädtchens Helmstone, wohnen. Robert genießt eine unbekümmerte Zeit, und als er sich in Lizzie, die Tochter der Nachbarn, verliebt, glaubt er sich endgültig im Glück. Doch schon bald ziehen dunkle Wolken am Horizont auf, denn die Brays hüten ein böses Familiengeheimnis …

1965: Die 18-jährige Rosie Churchill ist von zu Hause ausgezogen und mietet sich für ein Jahr in dem etwas heruntergekommenen, aber noch immer imposanten Anwesen Castaway House ein. Eines Tages entdeckt sie, dass ins Fensterbrett ihres Zimmers der Satz »Robert Carver ist unschuldig« eingeritzt ist. Doch sie ahnt noch nicht, dass sich hinter diesem Satz ein lang gehütetes Geheimnis verbirgt, das nicht nur die Vergangenheit von Castaway House, sondern auch ihr eigenes Leben betrifft …

 

[wp-review]

Mit “Das Haus der Lügen” ist Stephanie Lam ein wirklich schönes Erstlingswerk gelungen. Keine innovativen Experimente, die ins Leere laufen oder nur eine exzentrische Lese-Randgruppe begeistern, sondern solide Unterhaltung mit gleichbleibendem Spannungsbogen, der die Neugier des Lesers wach hält und ihn an das Buch fesselt. Ein Buch, welches man grade jetzt im Herbst mit Kuscheldecke und einem Glas Rotwein in gemütlichen Stunden wegschmökert. Ich fühlte mich -anders als bei einigen anderen Büchern in letzter Zeit- nicht wie verrückt durch die Handlung getrieben und gejagt, viel mehr auf “Entdeckertour” und habe das als sehr angenehm empfunden.

Die Handlung spielt 1965 und 1924 und wird von Rosie und Robert erzählt, die sich in den aufeinanderfolgenden Kapiteln jeweils abwechseln, wobei Stephanie Lam versucht hat, das Flair der jeweiligen Zeit einzufangen. So ist bei Rosie vordergründig der wilde  “Sex-Drugs-Rock`n Roll” 60er Jahre Zeitgeist spürbar, Robert bewegt sich im eher spießigen, englischen Südküsten-Badeort-Ambiente der gehobenen Gesellschaft der Zwanziger. Gestört hat mich hier bei nur, daß die Sprache in Roberts Part teilweise irgendwie zu “modern” wirkt, ich denke, dass z.B. Begriffe wie “Eyeliner” oder “Käsestick” und ein allzu zwangloser Umgangston in den Zwanzigern nicht gebräuchlich waren und ich möchte das auch nicht unbedingt der Autorin in die Schuhe schieben – vielleicht ist da Einiges nur etwas unglücklich übersetzt. Überdies ist das nur eine Minikritik, dem Lesevergnügen tut`s keinen Abbruch. Es fiel mir nur am Rande auf.

Kurz gesagt geht es um ein Familiengeheimnis, beide Zeitepochen werden verbunden durch das imposante Anwesen Casteway Castle, wo beide Handlungen spielen. Die Küstenlandschaft ist wunderbar beschrieben, man meint, die Salzluft riechen und das Rauschen des Meeres hören zu können. Während ich zunächst dazu tendierte, die Geschichte um Robert, seinen Cousin Alec und dessen Frau und die Verstrickungen und Verwicklungen derselbigen spannender zu finden, änderte sich das schlagartig, als Rosie beginnt, sich um den verwirrten “Dockie” zu kümmern, einen alten Mann, dessen Herkunft im Nebel liegt, der sich an seine Vergangenheit bisher nicht erinneren konnte. Er ist der festen Überzeugung, auf irgendeine Art mit Castaway Castle verbunden zu sein und so wie sich die Ereignisse der Vergangenheit im Laufe der Handlung dramatisch zuspitzen, lichtet sich auch der Schleier -unterstützt von Rosie- in Dockies Erinnerungen. Beide Handlungen werden am Ende schlüssig miteinander verbunden, auch wenn mir der Schluß gefühlt etwas kurz vorkam.

Positiv wäre noch zu bemerken, dass Stephanie Lam auch ihre “Rand- und Nebenfiguren” recht individuell charakterisiert, sei es nun Star und ihr Freund oder Dr. Feathers und seine Töchter. Die ruhige, aber dennoch atmosphärische Story wird dadurch perfekt abgerundet. Ich würde das Buch Lesern empfehlen, die mal “nur in Ruhe schmökern” wollen und sich für mysteriöse und geheimnisvolle Familiengeschichten interessieren. Ich habe mich gut und solide unterhalten gefühlt, ich brauche nicht andauernd den heutzutage so angesagten !WOW! Effekt. Stephanie Lam kann erzählen und ich würde mich über mehr Stoff in dieser Form freuen.

 

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