Martyrium – Jonathan Hayes

Martyrium – Jonathan Hayes

 

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Hörbuch erschienen am 10. 03. 2011 bei Audible

Laufzeit: 13 Stunden und 26 Minuten

Autor: Jonathan Hayes
Übersetzung: Susanne Stopfel
Sprecher: Torsten Michaelis

Klappentext: Im New Yorker East Village wird eine Studentin in ihrem Apartment mit dem Kopf nach unten gekreuzigt. Dem Pathologen Jenner genügt ein Blick auf das Opfer, um das Tatmuster eines Serienkillers zu vermuten. Sein Verdacht bestätigt sich, als man in Pennsylvania die verstümmelte Leiche eines anderen Mädchens findet. Und dabei bleibt es nicht, weitere bizarr zugerichtete Frauenleichen sorgen für Aufsehen. Der Killer scheint besessen von einem religiösen Wahn, denn seine Morde sind dem Märtyrertod von Heiligen nachempfunden. Am Ehrentag der Heiligen schlägt der Wahnsinnige zu. Und Jenners Freundin Ana hat bald Namenstag…

[wp-review]

Diese Rezension (falls man das, was ich mir hier jetzt aus den Fingern sauge, so nennen kann) – und eine weitere desselben Kalibers schiebe ich schon eine Weile vor mir her, weil ich ehrlich gesagt, so überhaupt nicht weiß, was ich dazu schreiben soll. Alles schon hundertmal dagewesen…

Man nehme ein Handbuch für Thrillerautoren und die dazugehörige Grabbelkiste für Plots und Charaktere und werfe dann wild in die Thriller-Mixmaschine für Schreibanfänger (es war anno 2008 Herrn Hayes Debütroman) folgende Dinge: farblos-stereotype Protagonisten: in love 21-Jährige Zicken-Tussi, (Mitbewohnerin der zuerst Dahingeschlachteten) und psychogebeutelter forensischer Pathologe, nein, diesmal ist es nicht die zufällig ermordete Familie (gibts überhaupt noch Polizeibeamte im gehobenen, kriminalistischen Dienst, denen KEINER weg gemeuchelt wurde?) oder das einfache, schnöde Ehe-Aus wegen Jobüberlastung, es ist der 11. September, welcher Jenner zusetzt. Wow.

Weiter gehören zum Rezept: Schubladen-Freaks als Nachbarn (ja, irgendein PC- Nerd ist immer dabei, meist programmieren die und werden mit einer total innovativen Software steinreich! Is so!!), klassisch vordesignte Kollegen (kennt Jemand den guten und den bösen Bullen noch nicht?), jede Menge Mädchen-Schlachtereien    (gibt`s eigentlich einen Thriller, in dem jugendliche, MÄNNLICHE Opfer vorkommen?), die natürlich auch detailliert beschrieben werden müssen und bloß nicht zu vergessen: der Psycho höchstselbst (das Stichwort “Kindheit” muss ich jetzt nicht auch noch bemühen, oder?), der diesmal auf religiösen Wahn-Pfaden wandelt. [Und psssst….Krebs hat er auch, also wenn die den nicht kriegen, wäre es vllt. gar nicht soooo schlimm,weil der eh demnächst den Löffel abgegeben muss…aber bei DEEEEM Plot ist ja klar, daß die den kriegen…]

Man könnte die Zutaten jetzt kräftig durch-shaken und mit einer winzigen Prise Kreativität noch irgendwas halbwegs Nettes im 3-Sterne-Bereich draus machen. Diese Prise Kreativität wurde allerdings bedauerlicherweise vergessen, dafür alles lau und kraftlos gerührt -nicht geschüttelt- und aufs Papier gegossen, auf dem sich die Sätze dann zu etwas formiert haben, was weder neu, innovativ, spannend, mitreißend und ansprechend sondern nur langweilig, total vorhersehbar und gegen Ende dann auch zäh ist. Dafür aber, daß es so zäh ist, kommt das Ende dann auch ziemlich apruppt. Wupps und fertig. Sehr seltsames Ende.

Pluspunkt (Ironiemodus): der Titel ist absolut passend, es ist wirklich ein Martyrium dieses Hörbuch bis zum Ende anzuhören, ich war ein paarmal drauf und dran, abzubrechen. Das lag definitiv nicht am Sprecher, sondern auch an den teilweise dummblöden Dialogen: müssen 2 beruflich rivalisierende Männer tatsächlich Gespräche darüber führen, wer wen wann als Bettgefährte einer Kollegin ( die ansonsten nebulös bleibt und gar nicht auftaucht) abgelöst hat, nur um sich gegenseitig eine reinzuwürgen? Ich hasse derartige Plattheiten, zumal sie mit der Handlung als Solcher gar nichts zu tun haben. Und Ana ist auch ohne heimliche Drogenabhängigkeit und kalten Entzug in des Irren Fängen schon nervig genug…aber irgendwas muss ihr im dunklen Verlies ja Flügel verleihen (und ich dachte immer, Drogenentzug wäre eine körperlich ANSTRENGENDE Sache…wie man sich doch irren kann, 3 Tage Keller und gut isses.)

Torsten Michaelis als Sprecher hat seine Sache gut gemacht und bekommt 4 Sterne. Er liest ausdrucksvoll und hat eine angenehme Vorlesestimme.

Eine Hör- oder Leseempfehlung kann ich hier nicht geben. Mag sein, daß es Leute gibt, die mit “Schema F” auch mehr als hundertmal können, ich gehöre nicht dazu. Ich habe mich wirklich gelangweilt. Das Doofe an diesen Büchern ist: man hört weiter, weil man sich ständig sagt: nee also, das kann es ja wohl nicht gewesen sein, da kommt bestimmt noch was, was ANDERS ist. Bestimmt wird das noch spannend…tja, das passiert aber nie. Und nicht nur nicht bei Thrillern…

 

 

 

 

Danke fürs Teilen!

4 comments

  1. Winterkatze -

    *schmunzel* Danke für diese unterhaltsamen Minuten mit deiner Rezi! :D

    “gibt`s eigentlich einen Thriller, in dem jugendliche, MÄNNLICHE Opfer vorkommen?”

    Jupp, gibt es! Bei “Mein bist du” ist das erste Opfer ein junger Mann, der sich prostituiert. Das nächste Opfer ist dann allerdings wieder eine Frau und sowieso würde ich das Buch grundsätzlich nicht empfehlen. ;)

  2. Devona -

    Freut mich ja, wenn Du Spaß hattest…ist ja schon Elend genug, so eine Rezension zu schreiben, aber der, der sie liest, wird das Buch ja vermutlich auch nicht haben wollen…da muss man das wenigstens halbwegs spaßig machen. Wobei ich mir bei solchen Büchern immer so verarscht vorkomme…ich schiebe auch noch einen Teil aus der Julia-Durant-Reihe von Andreas Franz vor mir her….der war so f-u-r-c-h-t-b-a-r und die Serie ist an sich total beliebt. Der Autor auch…

    Danke für Deinen Tip *gg*…”mein bist du”…was für ein Titel -“lesen ich es sollte nicht” würde Yoda wohl dazu sagen…

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