Die Leichenkammer – Robert Ellis

Die Leichenkammer – Robert Ellis

 

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Hörbuch erschienen am 20. Nov 2014 bei: Amazon EU S.à r.l.

Laufzeit: 13 Stunden und 09 Minuten
Autor/in: Robert Ellis
Übersetzung: Andrea Albrecht und Terry Laster
Sprecher: Oliver Schmitz

Klappentext: Eine junge Frau wird aufgefunden, brutal ermordet und als grausame Präsentation in der vermeintlichen Sicherheit ihrer eigenen Wohnung zurückgelassen. Die Gräueltat stößt eine Untersuchung einer seltsamen Reihe von zunehmend beunruhigenden Morden an, von denen man annimmt, dass sie von einem beispiellos grausamen, gerissenen Täter begangen worden sind. Als die Panik in der Stadt zunimmt, wird der Zivilverteidiger Teddy Mack Hals über Kopf in den Mordfall und damit in eine Welt schmutziger Politik und korrupter Justiz geworfen, in der die Intrigen ebenso tödlich sind, wie die verdrehten Geheimnisse des Mörders.

Jetzt ist eine andere Frau im Begriff, dasselbe schreckliche Schicksal zu erleiden wie die anderen zuvor. Um den Terror eines Irren zu beenden, muss Teddy in seinen eigenen inneren Irrgarten vordringen – ein Platz unvorstellbarer Schrecken und entsetzlicher Geheimnisse.

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Sprecher: gut hörbare Lese-Leistung mit angenehmer Stimme von Oliver Schmitz. Für mich in Ordnung.

Inhalt: Normalerweise sage ich zum Klappentext nichts, nur finde ich ihn hier -besonders der erste und letzte Satz- eher unglücklich gewählt. Teddy wird mit dem Fall beauftragt, weil direkt nach der Tat ein Tatverdächtiger festgenommen wird (der Briefträger des Opfers), der durch die mehr als eindeutigen Beweise vom Tatort und in seiner Wohnung quasi schon in der Todeszelle sitzt, ein Verfahren wäre reine Formsache, ein Verteidiger so gut wie chancenlos.

Teddys Kanzlei möchte im Auftrag der Angehörigen des Briefträgers lediglich einen Deal mit dem Staatsanwalt erreichen, der dem vermeintlichen und von der Allgemeinheit bereits vorverurteiltem Täter die Todesstrafe erspart und ihm stattdessen psychologische Hilfe in einer geschlossenen Anstalt ermöglichen soll. Für diesen Deal wählt man Teddy aus einem besonderen Grund: er hat weder Erfahrung, noch Ambitionen im Strafrecht, man geht davon aus, daß er die Sache schnell und unkompliziert zustande bringt, um sich wieder seinem eigentlichen Tätigkeitsfeld, dem Immobilienrecht, widmen zu können. Teddys Aversion gegen das Strafrecht hat mit seiner eigenen Vergangenheit und seinem toten Vater zu tun. In ihm schlummern aber weder “unvorstellbarer Schrecken”, noch “entsetzliche Geheimnisse”, sondern einfach nur eine sehr traurige und ungerechte Lebenserfahrung, die im weitläufigen Verlauf der Handlung noch eine Rolle spielen wird. Der Klappentext ist hier einfach nur völlig daneben.

Daß der Thriller aus einem anderen Blickwinkel -nicht Polizei, nicht Opfer, sondern Anwalt- geschrieben wurde, fand ich eine nette Idee und nur zu Anfang gewöhnungsbedürftig. Auch fehlt am Anfang etwas, was sofort fesselt. Man braucht eine Weile, um in die Story rein zu kommen.

Die Geschichte nimmt an Fahrt auf, weil Teddy völlig anders als erwartet reagiert. Obwohl er den Fall und Strafrecht nicht mag, beginnt er nach Details zu suchen, die seinen Mandanten entlasten können, weil ihm Ungereimtheiten aufstoßen und er eine durch und durch ehrliche Haut ist, die im Falle der Unschuld seines Mandanten den Freispruch in einem ordentlichen Gerichtsverfahren will. Außer ihm will das anscheinend aber Niemand. Warum, wieso, weshalb? Hier stimmt dann der Klappentext wieder: Teddy sticht in das sprichwörtliche Wespennetz und findet Korruption, Profilierungssucht, politische Intrigen, Erpressung. Allerdings läßt er sich auch von einer durch seine Kanzlei angedrohten Entlassung und dem daraus resultierenden Ruin seiner beruflichen Karriere nicht einschüchtern…Teddy will die Wahrheit.

Die Geschichte war von Anfang bis Ende stimmig, schlüssig, ohne offene Enden und Nebenstränge, ein Umstand, der mich schwer begeistert hat, obwohl im Mittelteil von “die Leichenkammer”, beachtliche Längen das Hörvergnügen leicht trüben. Hier werden Ermittlungsergebnisse mehrfach mit verschiedenen Personen widergekäut, das hätte es m.E nicht wirklich gebraucht. Man ist ab und an versucht, beim Hören geistig abzuschalten.

Nichtsdestotrotz: es gibt spannende Passagen auch aus Tätersicht, das Finale ist ebenfalls spannend, aber mal NICHT blöd, sondern gut nachvollziehbar (juchhu!!!). Und genau dann, wenn alles vorbei ist…der Epilog den Hörer aus der Story geleiten soll, dann….ja, dann…selber hören. ;-) Respekt vor DIESEM Ende, was den sympathischen Protagonisten verstört und den Hörer sehr nachdenklich in Bezug auf die zentralen Themen der Geschichte zurück läßt.

4 Sterne für Sprecher und Autor. Wer Längen in einer Geschichte nicht mag, wird möglicherweise zu eher 3 Sternen tendieren, da es für mich aber endlich mal wieder eine KOMPLETT schlüssige Story ohne Cliffhanger, Blödcharaktere, Logikfehler und Sinnlos-Nebenstränge war, gibts die 4.

 

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