Todesurteil- Andreas Gruber

“Todesurteil” – Andreas Gruber

 

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Hörbuch am 16.02.2015 erschienen bei: der Hörverlag

Laufzeit: 13 Stunden und 20 Minuten
Autor/in: Andreas Gruber
Sprecher: Achim Buch

Klappentext:

In Wien verschwindet die zehnjährige Clara. Ein Jahr später taucht sie völlig verstört an einem nahen Waldrand wieder auf. Ihr gesamter Rücken ist mit Motiven aus Dantes “Inferno” tätowiert – und sie spricht kein Wort. Indessen nimmt der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder an der Akademie des BKA für hochbegabten Nachwuchs mit seinen Studenten ungelöste Mordfälle durch. Seine beste Schülerin Sabine Nemez entdeckt einen Zusammenhang zwischen den Fällen – und das Werk des raffinierten Killers ist noch lange nicht beendet. Seine Spur führt nach Wien – wo Clara die einzige ist, die den Mörder je zu Gesicht bekommen hat …

 

 

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Sprecher:  Danke, Achim Buch! Der lebendige Vorlesestil paßt absolut perfekt zu “Todesurteil”. Das “arrogante Arschloch” (O-Ton Verfasser in einem Interview ) Sneijder bekommt durch Achim Buchs hinreißenden niederländischen Akzent beim Sprechen dieser Figur einen völlig eigenen Charme und auch ansonsten ist die Leseleistung sehr respektabel. Daumen hoch!

Inhalt:  Der Inhalt von “Todesurteil” kann aufgrund der weiten Verzweigung und Komplexität der Handlung im Klappentext nur angedeutet werden, es passiert sehr viel mehr und das immer in gleichbleibend rasantem Tempo: “Todesurteil” hat keine langweiligen Längen und nervenden Füll-Kapitel. Es geht zur Sache und das richtig. Man möchte es in einem Rutsch durch hören. Und Gott sei Dank wurde auch auf die mittlerweile bei manchen Thriller-Autoren inflationär eingesetzten und somit tödlich nervenden Cliffhanger am Ende der Kapitel verzichtet.

Im Mittelpunkt von zwei sich erzählerisch abwechselnden und sehr lange parallel verlaufenden Handlungssträngen stehen einerseits in Deutschland (Wiesbaden) die Kripo-Schülerin Sabine Nemez und der kauzige niederländische Profiler Maarten S. Sneijder, auf der anderen Seite in Österreich (Wien) die engagierte Staatsanwältin Melanie Dietz. Alle Hauptcharaktere sind in ihrer Individualität vom Autor gut gezeichnet, wobei eine gewisse “Liebe” zu Sneijder unverkennbar (und auch legitim) ist. Sneijder ist stur und ein Außenseiter…der Typ, der “sein Ding” durchzieht und der Blaues auch dann schon blau sieht, wenn die Mehrheit der Menschen einstimmig der Meinung ist, es sei gelb. Sabine ist wissbegierig und auf eine ähnliche Art stur wie Sneijder, weshalb dieses seltsame Ermittler-Duo wohl auch funktioniert, obwohl die beiden sich gelegentlich in die Haare bekommen. Melanie ist ein eher ruhiger -allerdings auch unkonventioneller- Typ, getrieben von der Wahrheitssuche und der Loyalität gegenüber ihrer toten Freundin, deren Kind Clara ist.

Man kann eigentlich nicht viel meckern: mitunter wirkt Sabine, die über eine klare und überdurchschnittlich ausgeprägte Analysefähigkeit verfügt (was eigentlich eine eher rationale und besonne Handlungsfähigkeit zur Folge haben sollte) etwas unbedarft oder übermotiviert im Handeln, manche ihrer Alleingänge ( so z.B. der Besuch eines Serienmörders in der Haftanstalt ) sind so nicht recht vorstellbar, liegen aber anders als bei anderen Thrillern auch nicht völlig außerhalb des vorstellbar Möglichen, von daher ist das dem Plot geschuldet und okay.

Beide Handlungsstränge sind auch in sich vielfach verzweigt, somit würde ich das Buch Niemandem empfehlen, der einfach abschalten und sich mal berieseln lassen will, die Handlung erfordert permanente Aufmerksamkeit, es sind auch nicht gerade wenige handelnde Personen am Start. Ein wenig klischeemäßig wirkt hierbei die Darstellung der einzelnen Charakter-Typen der Schülergruppe von Marteen S. Sneijder, da diese aber für die Geschichte an sich nicht wichtig ist, war mir das egal.

Zartbesaitete Thriller-Leser, die exzessive Gewalt, blutige Brutalität sowie die psychischen Abgründe der menschlichen Natur nur angedeutet vertragen, sollten die Finger von “Todesurteil” lassen. Ein Profiler, der seinen Elite-Schülern die Handlungen von Serientätern anhand von realen Fallstudien vermitteln soll, kann nichts andeuten, der muss alle blutigen und ekelhaften Fakten auf den Tisch werfen. Insofern wirkt das Ganze auch sehr authentisch.

Andreas Gruber gelingt es exzellent und ohne Rumgeeier, die Handlungsstränge am Ende schlüssig (!!) zu vereinen und so ein würdiges Thriller-Finale zu schaffen. Spannend, spannend, spannend!

Einziger Kritikpunkt-großer Spoiler »

Die Ausführung der Tat oder besser: der Taten (Manipulation von Serienkillern) ist mir zu konstruiert und für mich absolut unvorstellbar. Tut dem Buch an sich aber nicht wirklich einen Abbruch.

“Todesurteil” bekommt von mir 4 Sterne und Achim Buch bekommt 5. Ein endlich mal wieder richtiger, vollumfänglicher Hörgenuss, den ich gerne weiter empfehle.

Danke fürs Teilen!

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