“Teuflisches Spiel” – Linda Castillo

“Teuflisches Spiel” – Linda Castillo

 

teuflischesspielow

 

Hörbuch am 26.06.2014 erschienen bei: Argon- Hörbuch

Laufzeit: 7 Stunden, 22 Minuten
Autor/in: Linda Castillo
Sprecher: Tanja Geke

Klappentext:

“Als das gleißende Scheinwerferlicht des entgegenkommenden Fahrzeugs sie blendet, bleibt ihnen nicht einmal mehr die Zeit, um zu schreien. Auf der regennassen Straße im ländlichen Ohio sterben in dieser Nacht drei Menschen. Ein amischer Vater und zwei seiner Kinder. Als Polizeichefin Kate Burkholder die traumatisierte Witwe trifft, kommen ihr erste Zweifel: Es ist eine Freundin aus Jugendtagen, deren Schönheit schon damals das Schlechte magisch anzog. War der Tod ihrer Familie wirklich ein Unfall, oder steckt noch etwas anderes dahinter?” (Zitat)

Serie: Kate Burkholder (5)

 

[wp-review]

 

Sprecherin:

Jippie! Tanja Geke. Ich bin eine ganz, ganz , ganz furchtbare Frauen-Mäklerin bei Vorlesestimmen, ich kann mit sehr vielen Frauen-Stimmen gar nicht. Ich komme mit Männerstimmen einfach besser klar, hat vllt. was mit den Frequenzbereichen zu tun, ich weiß es nicht. Tanja Geke ist aber eine absolute Ausnahme. Ihre Stimme ist angenehm, ausdrucksvoll und sie verleiht einzelnen Personen eine “eigene” Stimme.

Inhalt:

Das Buch ist ohne Zweifel spannend und man kommt fast zwangsläufig auf die Idee sich abseits davon mit den Amischen zu befassen, was ich auch intensiv gemacht habe. Dabei habe ich viel Neues gelernt und vorhandenes Wissen korrigiert. Ein für mich bereichernder Nebeneffekt des Buches.

Die Ermittlerin Kate Burkholder ist eine geborene Amische, hat diese Gemeinschaft jedoch als Erwachsene verlassen. Sie kann sich besser als andere Ermittler in dieser eigenartigen Welt zurecht finden und Verständnis für Dinge aufbringen, die Jemand, der nicht so aufgewachsen ist, nicht haben kann. Von daher ist die Geschichte sehr interessant und auch ungewöhnlich. Die Getöteten sind der Ehemann und die Kinder ihrer besten Freundin aus Kindheitstagen, insofern bekommt der Fall für Kate von Anfang an eine sehr persönliche Note.

Die Geschichte läuft zunächst so, wie man sich das bei einem klassischen Krimi vorstellt (Ermittlungsarbeit, Spurensuche etc.), eingebettet ist noch ein “Krimi im Krimi”, eine Geschichte um Kate selber, die mit dem Haupthandlungsstrrang nichts zu tun hat und die es meiner Meinung nach nicht unbedingt gebraucht hätte. Stört aber auch nicht und bringt einem die Ermittlerin als Mensch auch etwas näher.

Die US-Today spricht von einem “haarsträubenden” Finale und das ist es in der Tat, nur für mich in anderem Sinne. Ich weiß nicht, warum die meisten amerikanisch-/englischsprachigen Autoren jeglichem Krimi oder Thriller am Ende oder kurz zuvor jedwede Glaubwürdigkeit nehmen müssen, indem alles, was passiert, den winzigen Tick “to much” hat, der alles Bisherige komplett ruiniert. Mich macht das jedes Mal so sauer, die Geschichte an sich, die Ermittlungen, der ganze Plot waren bis dahin schlüssig und nachvollziehbar, interessant und spannend,ein wirklich toller Krimi. Nichtsdestotrotz muss Kate aber am Ende zu Superwoman mutieren, die im Alleingang völlig bescheuert agiert und zwar so bescheuert…

Achtung Spoiler! »

Frau Polizistin wird bei der Konfrontation (zu der sie alleine geht, logisch)vom Täter überwältigt, unter Drogen gesetzt, ist dadurch fast bewegungsunfähig und total bewusstseinseingeschränkt. Wird von ihm in diesem Zustand in ihrem von ihm von außen VERSCHLOSSENEN Auto von einer Klippe in einen tiefen See gestürzt, um einen Unfall vorzutäuschen. Natürlich kann die Drogenbetäubte sich pronto befreien und retten…latscht dann klitschnass dem Mörder hinterher, um ihn in seinem Haus noch einmal ALLEINE zu stellen. Wie blöde bitte ist das denn? Wenn ich knapp dem Tod entkommen bin, renn ich dem Typ nicht nochmal ALLEINE und völlig bedröhnt hinterher, da hole ich Verstärkung und bringe mich erstmal selber wieder auf die Reihe. Solcher Stuss regt mich auf.

 

…daß man versucht ist, das Hörbuch abzubrechen.
Was man letztendlich aber doch nicht macht. Mir sträubten sich wirklich die Haare, aber eher vor Ärger. Wem sowas allerdings nix ausmacht, der ist mit diesem Buch allerbestens bedient, eine Empfehlung ist es mir schon wert. Sternemäßig könnte ich mich hier nicht festlegen…bis zum Ende würde ich 4 Sterne geben, dem Finale nur 2. Sprecherin Tanja Geke bekommt 5.
Den anderen Burkholder-Bänden gebe ich selbstverständlich eine Chance und sie sind auf meiner langen Lese-/Hörliste gelandet.

3 comments

  1. Cookie -

    Bücher mit außergewöhnliche Themen machen mich auch immer neugieirig; besonders, wenn der Autor sich mit der Materie auskennt. Das mit dem haarsträubenden Ende kann ich gut nachvollziehen. Diese Praktik greift mittlerweile um sich wie ein Buschfeuer. Man hat fast das Gefühl, es gibt einen “Welcher Autior schreibt das krasseste Finale?”-Wettbewerb.

  2. Devona -

    “Man hat fast das Gefühl, es gibt einen “Welcher Autior schreibt das krasseste Finale?”-Wettbewerb.”

    Ja, kommt mir auch so vor. Dabei würde weniger krass, dafür aber etwas realitätsnaher, total ausreichen. Wie z.B. bei “Ruhe sanft mein Kind”…das ist wirklich durchgängig spannend und die Auflösung ist vorstellbar. Da verzichte ich halt auch gerne mal auf ein wenig extrem-“thrill”.

  3. Pingback: Die Zahlen der Toten - Linda Castillo - Buchimpressionen

Leave Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld.

*

Zustimmung zur Datenspeicherung gemäß DSGVO.