“Versunkene Gräber” – Elisabeth Herrmann

“Versunkene Gräber” – Elisabeth Herrmann

 

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Hörbuch am 10.03.2014 erschienen bei: Der Hörverlag

Laufzeit: 839 Minuten
Autor/in: Elisabeth Hermann
Sprecher: Thomas M. Meinhardt

Klappentext:

“Verschollene Briefe, eine alte Familiengruft und ein grausamer Mord – Anwalt Vernau kommt einem düsteren Geheimnis auf die Spur.

Einige Jahre sind vergangen, seit Anwalt Joachim Vernau den Drahtziehern eines Mordkomplotts das Handwerk gelegt hat. Auch die gemeinsame Kanzlei mit seiner Ex-Partnerin Marie-Luise ist längst Geschichte. Bis ihn ein Hilferuf aus Polen erreicht: Jazek, der gemeinsame Freund aus längst vergangen Tagen und durchzechten Nächten, sitzt mit einer Mordanklage im Gefängnis und beteuert seine Unschuld. Vernau ist entschlossen, Jazek zu helfen, und reist nach Polen. Versunkene Gräber auf einem alten Friedhof sind die erste Spur. Verlorene Briefe und vergessenes Leid ziehen Vernau immer weiter hinein in den Strudel der Ereignisse des Jahres 1945. Flucht und Vertreibung, Ende und Neuanfang – damals kreuzten sich die Schicksale von Tätern und Opfern, und Entsetzliches geschah. Doch erst Generationen später steigt das Grauen noch einmal aus dem Grab, und wer sich ihm entgegenstellt, muss sterben.”

 

 

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Thomas M. Meinhardt ist ein guter Vorleser mit einer für mich sehr angenehmen Stimme.

Das Hörbuch ist gut, solide, unterhaltsam. Kann man sicher auch gut und flüssig lesen, Spannung ist da, die Geschichte ist bis auf wenige Rand-Details schlüssig, evtl. hätte man ein paar “Verschlingungen” weglassen können, insgesamt ist aber alles stimmig. Die handelnden Personen wirken allesamt sehr “individuell designed”, Frau Hermann hat keinen Charakter-Klischee-Baukasten für Romanfiguren bemüht. Das macht den Krimi lebendig und real, ein für mich sehr wichtiges Kriterium.

Gestört haben mich nur die etwas zu lang geratenen Kaffeklatschgeschichten aus dem Altenheim, in welches Herr Vernau seine Mutter und deren schrullige Freundin kurzzeitig als “verdeckte Ermittlerinnen” einschleust. Ist aber nicht schlimm, streckt nur und langweilt kurzzeitig, die beiden alten Damen wirken etwas deplaziert in diesem Krimi – aber das ist sicher reine Geschmackssache.

Ob ein 1945 in einem finsteren Versteck sitzender, halb verhungerter Mann verzweifelte Briefe an seine Frau in wirklich jedem zweiten Satz prosaisch mit “oh Rosa, mein Lieb” oder “lieb Rosa mein” gespickt hätte, wage ich zwar zu bezweifeln, das lasse ich als künstlerische Freiheit durchgehen….nervt aber auch etwas.

Von mir gibts für dieses Buch eine klare Hör- oder Leseempfehlung.  4 Sterne für das Buch, 4 Sterne für den Sprecher.

Anmerkung:

Habe mich danach an “Lilienblut” derselben Autorin als Hörbuch versuchen wollen, ging leider aufgrund der Vorlesestimme gar nicht. Frau Herrmann liest selber und das mit einem Pathos in jedem Satz, daß es nach einer Viertelstunde unerträglich wurde und ich abgebrochen habe. Sie liest nicht vor, sie deklamiert das so, wie wir in der Schule Gedichte aufgesagt haben. Das ist mir zu anstrengend, weshalb ich jetzt auch (fällt mir grade auf ) überhaupt nichts zum anfänglichen Inhalt sagen kann….während sie las, hab ich immer darüber nachgedacht, was sie mir nun mit dem letzten Satz sagen wollte bzw. hab ich versucht, den für mich auf normales Sprach- und Hörniveau zu konvertieren…darüber hab ich dann den Anschluss zum nächsten Satz verloren. Und so weiter.  Vielleicht lese ich das mal.

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