Schimmelreport Reha Vivantes

Schimmelreport Reha Vivantes

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Anmerkung: Das hier zur Verfügung gestellte Bild- und Videomaterial habe ich persönlich mit einem Smartphone aufgenommen und es ist von der Qualität -zumindest bei den Videos- dillettantisch, dessen bin ich mir bewusst. Ich bin  kein großer Fotograf, für Videoaufnahmen interessiere ich mich gar nicht (ja, sowas gibt es) und Bild- und Videobearbeitung am PC sind ein Gräuel für mich. Alles ist also so belassen worden, wie ich es aufgenommen habe. Ich habe quasi einfach ohne irgendwelche fuzzeligen Einstellungen zu machen, auf den Auslöser gedrückt. Meine Aufnahmen sind nicht schön, aber authentisch. Die Galerien haben eine Scrollfunktion, alles ist per Klick vergrößerbar.

Ich habe aufgegeben, herausfinden zu wollen, warum manche Videos beim upload zu youtube gespiegelt werden, sie sind alle mit demselben Smartphone gemacht. Da mein bei Galerie Plugin bei WordPress mittlerweile KOSTENFREI keine Galeriefunktion mehr anbietet, mit der ich Bilder UND Videos in ein einigermaßen einheitliches optisches Bild bekommen hätte, habe ich mich für die youtube Variante entschieden, glücklich bin ich damit nicht. Das Galerie-Plugin hätte sich finanziell für mich nicht gelohnt, ich nutze ansonsten Videos kaum.


Und hier begab sich Buchimpressionen auf Sporensuche:

Haus 36 hat eine Automatiktür, die wenn nicht grade Jemand durch geht, geschlossen ist. Betritt man das Haus, befindet man sich direkt vor Aufzug, der nach unten führt. Linker und rechter Hand befinden sich Garderoben und Duschräume, die bei der Hausführung nicht vorgestellt werden, aber durchaus zugängig und nutzbar sind. Im Mittelteil des Parterre befindet sich ein großer Wartebereich für Gymnastiksaal, Bewegungsbad und die im hinteren Teil des Gebäudes liegenden Physiotherapiebereiche.

 

Die an der Vorderfront von Haus 36 direkt neben der Eingangstür (auch in obigen Bildern erkennbaren) Fenster sind in der Zeit, in der ich anwesend war, nicht einmal geöffnet gewesen. Wie man an den Scharnieren deutlich erkennen kann, ist das aber durchaus möglich.

 

Die weitere Fenstersituation in Haus 36 ist ähnlich. Ich habe mich bei den Aufnahmen auf die linke Gebäudeseite beschränkt, da rechts nicht so ohne Weiteres zugängig war, ich gehe aber davon aus, dass es dort ähnlich ist. Das Gebäude dürfte symmetrisch sein, dem Gymnastiksaal gegenüber liegt das Bewegungsbad, dort waren während meiner Behandlungen keine Fenster geöffnet. Der mittig liegende Wartebereich hat also keine Fenster, kann aber auch durch geöffnete Türen (die sind ohnehin meist geschlossen) nicht belüftet werden, die wenigen gekippten Fenster reichen dazu nicht aus. Beim Warten in diesem Bereich hat man permanent das Gefühl, gleich vom Stuhl zu kippen, weil zum Einen kaum Sauerstoff da ist, zum Anderen durch das Bewegungsbad und die fehlende Frischluftzufuhr ein tropenähnliches Feuchtklima herrscht.

 

Im Untergeschoss befinden sich die Garderoben und Duschen. Meine Aussagen beziehen sich nur auf die Damen-Umkleiden, die Herren-Garderoben habe ich nicht gesehen. Die folgenden Bilder sind in der Garderobe entstanden, in der ich meinen Schrank hatte. Es ist die einzige Garderobe, in der ich ein Fenster gesehen habe. Das Fenster führt in einen Schacht, in dem sich eine Fluchttreppe für eine ebenfalls dort mündende Tür befand. Es war nachts geschlossen und wurde früh von einer der Patientinnen, die zeitig kamen, geöffnet. Zum Spindschlüssel+Postkastenschlüssel (siehe Reha-Tagebuch!) erhielt man zusätzlich einen Schlüssel für die Zugangstür, die beim Verlassen des Umkleideraums verschlossen werden musste.  In der Garderobe befanden sich durchgängig und auch über das Wochenende ( Fenster verschlossen!) nasse Wäsche (Badeanzüge, Handtücher, Bademäntel). Bei der Hausführung wurde mehrmals eindringlich darauf hingewiesen, dass es untersagt sei, nasse Wäsche aufzuhängen, trotzdem waren in jeder Garderobe Wäscheständer aufgestellt, die natürlich dann auch genutzt wurden.

 

 

In meiner Garderobe befand sich keine Dusche, da ich zunächst Teilnehmer beim therapeutischen Bewegungsbad war, habe ich die Dusche in der Nachbargarderobe genutzt. Die ganze räumliche Konstellation kann man von vornherein als „Schimmelpilz-Zuchtstation“ bezeichnen. Diese Garderobe verfügt über KEIN Fenster, den Geruch muss ich wohl nicht beschreiben. Auch hier ist die Tür ganztägig verschlossen zu halten. Von diesem hermetisch abgeschlossenen , unbelüftetem Raum geht ein weiterer Raum ab: mit Duschen, Waschbecken, Toiletten, jeder Menge nasser Wäsche und nein, es gibt auch hier kein Fenster. Keinerlei Belüftungsmöglichkeit. Die folgenden Bilder muss man nicht wirklich AUSFÜHRLICH kommentieren.

 

 

 

Diese Duschen sind nicht barrierefrei und somit für die zu einem großen Teil orthopädischen Patienten der Reha nicht nutzbar, geschweige denn zumutbar. Ein nicht unerheblicher Prozentsatz der Patienten ist zusätzlich  im Rentenalter. Sichere Haltegriffe in den Duschen sowie rutschfester Boden sind nicht gegeben. Von der Garderobe geht ein weiterer Duschraum ab, der wohl für Behinderte -also sicher auch Rollstuhlfahrer- gedacht ist. Dieser Duschraum ist an der Tür  allerdings als defekt deklariert und verweist auf die Duschen im Obergeschoss. Jene sind zwar barrierefrei aber nicht für Behinderte zugängig, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind. Dazu sind die Türen und Durchgänge zu schmal. Die folgenden Bilder und Videos habe ich in diesen Räumlichkeiten gemacht. Auch hier gibt es keine Fenster.

 

 

Die folgenden Bilder und Videos wurden in dem vom Untergeschoss von Haus 36 ausgehenden Gang gemacht, der die einzelnen Häuser miteinander verbindet. Ich habe in diesem Gang mehrmals Patienten, die in Betten von Pflegern gefahren wurden, gesehen. Also KRANKE Menschen, die nicht selber laufen können, deren Immunsystem anfällig ist. Alle Bilder und Videos sind nur im Bereich der Verbindung von Haus 1 und Haus 36 entstanden, ich habe mich in KEINEM anderen Bereich des Ganges oder anderen Häusern aufgehalten.

 

 

Hier die zugehörigen Videos:

 

 

Ein paar Impressionen gibt es auch aus Haus 1 noch:

 

 

 

Immerhin gibt es noch etwas (Ironiemodus an) Positives zu berichten: in beiden Garderoben im Erdgeschosse von Haus 36 befinden sich Sicherheitsfächer mit Münzeinwurf. Rechts etwas kleinere für Taschen etc.. Interessant waren diese Fächer allerdings in der linken Garderobe. Dort haben sie Spindgröße, man könnte also seine ganzen Sachen darin verstauen, wenn man nicht die unteren, muffigen Garderoben nutzen möchte. Es befindet sich an der Tür zur Garderobe folgendes Schild:

 

Der Sinn dieser Verfahrensweise hat sich mir nicht erschlossen und das Schöne ist: es wird nicht so gehandhabt. Aus sämtlichen Schränken wurden die Schlösser komplett ausgebaut (Schränke also überhaupt nicht nutzbar) und selbige liegen in einem der Schränke OFFEN herum. Quasi zum Mitnehmen für Vorbeikommende. Was kostet so ein Schloss eigentlich, interessiert das den Steuerzahler? Ich hätte überhaupt kein Problem gehabt, alle diese Schlösser in meinen Rucksack zu packen und munter vom Gelände zu befördern.

 

 

So, das war´s. Dieser Beitrag hat wirklich länger gedauert, als ich mir das vorgestellt habe, nicht zuletzt durch die youtube-upload Nummer. Als Letztes werde ich hier in den nächsten Tagen meine Schreiben an Rentenversicherung (informiert sind die bereits, siehe Reha-Tagebuch) und Gesundheitsamt einfügen.

Ich bin Niemand, der ansonsten darum bettelt, Blogbeiträge zu teilen, zu verbreiten, weiter zu empfehlen, das ist auch bei dem, was ich sonst schreibe, nicht nötig. Aber DAS HIER kann jeden von uns treffen, deshalb würde ich mich freuen, wenn viele Leute das lesen könnten. Ich danke allen, die den Beitrag teilen, vielleicht bewirkt es ja etwas.