Der Schlafmacher – Michael Robotham

 

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Erschienen:  11.01. 2016 bei derHörverlag
Autor/in: Michael Robotham
Sprecher/in: Johannes Steck, Stefan Merki

Länge: 8 Stunden, 21 Minuten (gekürzt)

Klappentext: Ein abgelegenes Bauernhaus in Somerset: Zwei Frauen, Mutter und Tochter, werden in einer Nacht von einem skrupellosen Mörder hingerichtet. Die Polizei steht vor einem Rätsel und bittet den erfahrenen Psychologen Joe O’Loughlin um Hilfe. Verdächtige Personen gibt es viele, den betrogenen Exmann genauso wie die zahlreichen Liebhaber. Spätestens aber, als eine weitere Leiche gefunden wird, auf deren Stirn der Buchstabe „A“ eingeritzt ist, weiß O’Loughlin, dass er es mit einem verstörten und gefährlichen Täter zu tun hat. Jemand will sich rächen. Jemand, der vor niemandem haltmacht, auch nicht vor O’Loughlins Familie …

Nachdem ich vor langer Zeit mal zwei der ersten Bände um den Psychologen Joe O’Loughlin gehört oder gelesen habe, war mir der Protagonist noch recht gut im Gedächtnis, was zunächst mal FÜR diese Reihe spricht. Der Klappentext vom nunmehr bereits 10. Band sprach mich an. Leider blieb das Buch hinter den Erwartungen zurück.

Das Buch ist unabhängig von den vorherigen Bänden lesbar, Fans der Reihe weisen allerdings  gerne darauf hin, alle Bücher in chronologischer Reihenfolge  zu lesen, um die Entwicklung der Figur Joe und seiner Familie besser verfolgen zu können. Ich habe da keine Lesedefizite feststellen können, Joe ist immer noch sympathisch, hat immer noch Parkinson und ist immer noch mit Vincent Ruiz (seiner temporären Verstärkung) befreundet. Alles wie gehabt, man ist im Buch gleich wieder „zu Hause“, Neulinge bekommen eine entsprechende Einführung in Joes familiäre Umstände ( wobei sich mir direkt der Gedanke aufdrängte, ob das wohl in jedem einzelnen Band so ist – das wäre definitiv nix, was mich an eine Reihe binden würde).

Womit man dann beim Knackpunkt wäre. Hätte man das Buch mit „Roman“ oder meinetwegen auch noch „Krimi“ kategorisiert, hätte ich mich damit abfinden können, aber „Psychothriller“? In diesem Teil liegt der Fokus ganz klar auf Joe und seinem Privatleben, seinen familiären Umständen, bei denen sich drastische Veränderungen ankündigen. Die Ermittlungen zum Fall scheinen über viele, viele Seiten eher „nebenbei“ zu laufen. Dadurch gibt es keinen thrillermäßigen Spannungsbogen und die Handlung um den Fall plätschert im Mittelteil des Buches so vor sich hin, während der Leser – nicht uninteressiert, ich würde „Der Schlafmacher“ nicht als langweilig bezeichnen –  Joes Leben verfolgt. Gelegentlich taucht auch Vincent Ruiz auf, eine tragende Rolle hat er allerdings nicht.

Die Erzählperspektive wechselt zwischen der ich-Form von Joe und der ich-Form des Täters, der in Rückblicken die Gründe für sein Handeln liefert: unspektakulär, das typische Kindheitstrauma muss im Erwachsenenleben durch Mord verarbeitet werden. Bringt leider auch keine Spannung und aufmerksame Leser/Hörer werden aufgrund einer Äußerung des Täters einem späteren Opfer gegenüber weit vor dem Ende wissen, wer denn nun der Bösewicht ist.

Der Showdown bringt dann doch noch kurzzeitig etwas Spannung, da Joe (wieder einmal) ganz persönlich involviert wird. Letztendlich wird aber auch diese Sequenz überlagert durch Joes trauriges, privates Problem.

Beide Sprecher machen einen ausgezeichneten Job, beide Stimmen sind zum jeweiligen Charakter passend und harmonieren gut miteinander. Daumen hoch.

Fazit: nette Geschichte um den sympathischen Protagonisten einer Thriller-Reihe, bei der leider keine Thriller-Spannung aufkommt. Empfehlung für Fans der Reihe.

Nachtrag: Die Pressestimmen lassen mich völlig ratlos zurück. „Ultraspannend“??? Ich bin entweder völlig abgestumpft oder habe was anderes gehört. Geht`s Jemandem ähnlich?

„Ultraspannend.“

Sebastian Fitzek

„Der beste Roman von Michael Robotham!“

Stephen King

„Hochspannung bis zum Finale“

TV Movie (15.01.2016)

„Ohne jeden Zweifel: Michael Robotham ist definitiv einer der besten Thrillerautoren der Welt. Er sorgt für Unterhaltung, die absolut mörderisch ist. Ab dem ersten Satz muss man befürchten, diese Lektüre nicht lebend zu überstehen.“

www.literaturmarkt.info (08.02.2016)

„Ein spannender, sehr gut geschriebener Thriller.“

Stern Crime (04.02.2016)

 

 

2 Comments Showing 50 most recent
  1. Sabine

    Mir ist es genauso gegangen wie dir. Es war mein erstes Buch aus dieser Reihe, mein zweites von Robotham („Um Leben und Tod“ – hat mir sehr gut gefallen). Ich habe einfach den Thrill vermisst, für mich war es eher ein Krimi, auf keinen Fall eine Thriller. Die Ermittlungen haben mich überhaupt nicht mitgerissen und die ganze private Geschichte war zwar nett und interessant, aber ich wollte halt einen Thriller. Dennoch werde ich Robotham weitere Chancen geben – und ich denke, ich fange bei Joe O’Loughlin auch mal von ganz vorne an (und er hat im ersten Band auch schon Parkinson?).
    Liebe Grüße
    Sabine
    Meine Rezi zu „Der Schlafmacher“

    • Devona
      Devona Post author

      Hallo Sabine,

      ja, das liest sich bei dir ganz ähnlich. Im Thriller-Segment hat man es derzeit schwer. Entweder total überzogene Schlachthaus Plots oder etwas völlig Unspektaküläres wie eben dieses Buch hier. Man kann das lesen, der Plot ist auch nicht übel,aber man erwartet einfach was anderes.
      Bei mir ist es schon eine Weile her, dass ich frühere Bände gelesen/gehört habe und ich hab grade gesehen, es gibt ja auch noch Joe und Vincent zusammen als Reihe. Hm. Also „Dein Wille geschehe“ hab ich definitiv gelesen und auch den Band, wo Parkinson diagnostiziert wurde und er für seine Frau unverständlich auf die Nachricht reagiert. Aber ob das der erste war…keine Ahnung mehr. Ich bin auch eher der „Einzelbuch-Leser“ :-), aber Joe würde ich so wie du bestimmt nochmal eine Chance geben.

      LG, Devona

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