Wie läuft das mit dem Bücherbloggen?

Wie läuft das mit dem Bücherbloggen?

Tobi von den  Lesestunden hat ein paar interessante Fragen zur Organisation des Bloggeralltags zusammengestellt und da ich Fragebögen mag, habe ich mich auch mal dran versucht.

Los geht´s:

  • Wie entscheidest du, ob du über ein Buch bloggst oder nicht?

Spontan. Der Anteil der gebloggten, gelesenen Bücher liegt bei ca. 60-70 % von dem, was ich insgesamt lese. Bei Hörbüchern sind es 100%. Ich blogge auch nur über Bücher/Hörbücher, welche ich zuende gelesen/gehört habe. In der Regel lese ich Bücher, die mich bis Seite 50 nicht fesseln konnten, nicht weiter und breche auch entsprechende Hörbücher nach 20-30 Minuten ab. Manchmal auch sofort, wenn der Sprecher gar nicht paßt, das ist aber selten, weil ich mittlerweile weiß, welche Sprecher für mich nicht funktionieren.

  • Woher nimmst du deine Inspiration für neue Beiträge?

Wenn es keine Rezension ist, für die ich durch gelesene/gehörte Bücher inspiriert werde, sind es zum Beispiel Fragebögen, die ich auf Blogs finde (ich mag Fragebögen, da geht es mir wie Chris Popp). :-)Ab und an treibt mich auch mal eine spezielle Frage zum Thema Bücher um, dann schreibe ich was dazu. Das ist aber ebenfalls selten, weil ich glaube, dass kaum wer Zeit hat, das zu lesen. Bei Fragebögen kann ich mir sicher sein, dass es zumindest denjenigen interessiert, der fragt. 🙂

  • Was willst du mit deinem Blog erreichen?

Darüber hab ich nie nachgedacht. Prinzipiell war es zunächst so, dass ich mit dem Bloggen begonnen habe, um meine gelesenen/gehörten  Bücher zu erfassen. Ich hab das früher unregelmäßig in einem Verwaltungstool (Datacrow) gemacht. Irgendwann habe ich aber gedacht, wenn ich mir schon die Arbeit mache und ausführlicher etwas zur Lektüre schreibe, dann kann ich es auch andere lesen lassen, vielleicht findet sich ja EINER (oder sogar Zwei! ;-)), der das mag oder dem es was nützt. Mein Blog ist ein rein privater Spaß, den ich mir gönne und ich hab da kein Sendungsbewusstsein oder irgendwie anders geartete Ambitionen, ich will kein Geld verdienen.

  • Wie viel Zeit nimmst du dir für das Verfassen eines neuen Beitrags?

Soviel wie nötig, ich schaue da nicht auf die Uhr.

  • Wie oft erscheint in deinem Blog ein Beitrag?

Wöchentlich ein- bis zweimal

  • Bloggst du regelmäßig und hast feste Tage bzw. Abstände in denen Beiträge erscheinen?

Keine festen Abstände, Regelmäßigkeit nur insofern, dass ich denke, dass man schon einmal pro Woche etwas schreiben sollte, damit bloggen überhaupt Sinn macht. Ich komme auf ca 5-7 Beiträge pro Monat, eine Anzahl die für mich stressfrei ist.

  • Hast du einen festen Tag, an dem du Blogbeiträge schreibst und dich um deinen Blog kümmerst?

Nein, das passiert auch spontan.

  • Hast du mehrere Beiträge fertig verfasst als Entwurf, oder veröffentlichst du jeden Beitrag sofort?

Ich schreibe und veröffentliche sofort. Relativ zeitnah zum Beenden des Buches/Hörbuches, wenn die Eindrücke noch frisch sind. Ein oder zwei Beiträge habe ich ab und an auch in “Reserve”, wenn ich in sehr kurzen Abständen geschrieben habe.

  • Hast du Hilfsmittel, wie einen Planer, eine App oder irgendein Gadget?

Nein. Apps ohnehin nicht, da ich am Desktop Rechner arbeite.

  • Schreibst du deine Beiträge direkt in WordPress bzw. der Blogsoftware, oder zuerst auf Papier oder in anderer Software?

Ich schreibe direkt in WordPress und lasse später noch die Rechtschreibprüfung von Word drüber laufen. Papier nutze ich gar nicht, nur ein Betabook für Notizen während des Lesens.

  • Schreibt du die Beiträge auf einmal, oder in mehreren Schritten?

Auf einmal.

  • Hast du schon einmal einen Beitrag komplett verworfen, weil du mit der Qualität nicht zufrieden warst?

Nein.

  • Wo schreibst du deine Beiträge (z.B. immer auf dem iPad Pro in der Badewanne)? Gibt es ein Bild von deinem „Blogarbeitsplatz“?

Stinknormaler Desktop-PC, Schreibtisch. Mobile Geräte (Smartphone, Tablet) benutze ich nur zum Konsumieren, wenn ich nicht zu Hause bin, würde aber damit nicht wirklich arbeiten wollen.

  • Bloggst du alleine oder mit anderen zusammen?

Alleine

  • Machst du für deine Beiträge eigene Fotos? Wenn ja, welche Rolle spielen sie für dich und wie bereitest du sie auf? Wie viel Zeit investierst du für deine Fotos?

Ich mache sehr, sehr selten eigene Fotos, meist bei irgendwelchen antiquarischen literarischen Schätzchen. Ich bin ein wahnsinnig ungeduldiger Mensch und stehe deswegen von jeher auf Kriegsfuß mit Bildbearbeitung. Für den Blog nutze ich daher die Verlagsfotos, die ich in ein Widget mit diversen Funktionen einbinde (Leseprobe etc.), welches ich per HTML anpasse. Ergänzend benutze ich Gimp und den MS Publisher.

  • Besprichst du auch Rezensionsexemplare und wie gehst du damit um?

Ja. Ich gehe damit entspannt um. Ich frage gelegentlich Bücher an, die ich bekomme oder nicht bekomme. Die lese ich und rezensiere sie. Für mich ist das eine völlig normale Geschäftsbeziehung mit win-win-Situation. Ich gehe davon aus, dass den Leser meine Meinung interessiert und nicht, woher ich meine Lektüre habe, ob ich sie kaufe, leihe, tausche oder geschenkt bekomme. Ich verstehe diesen permanenten Rechtfertigungszwang mancher Blogger nicht.

  • Wie wichtig sind für dich Social Media Kanäle und wie viel Zeit und Aufwand verbringst du, sie zu pflegen?

Social Media nutze ich ausschließlich zur “Blogverstärkung”. Die Rezensionen erscheinen auf Goodreads und Lovelybooks. Auf neue Blogbeiträge weise ich auf Twitter hin. Thats it. Ich hatte 2006/2007 mal kurzzeitig einen Facebook-Account, den ich angelegt hatte, als Sebastian Fitzek seine Bücher ( damals glaub ich “Das Kind”) als ARG (alternate reality game) vermarktet hat und ich mitgespielt habe. Ich hab sogar noch einen extra für das Spiel erstellten signierten Vorabdruck des Buches ( WOOOW!). Heute lese ich weder Fitzek, noch nutze ich facebook und beides vermisse ich auch nicht. Ich bin definitiv kein social networker der virtuellen Generation 2.0. Man kann das, entgegen an vielen virtuellen Orten verbreiteter anderslautender Meldungen, überleben.

  • Wie viel Zeit investierst du in technische Anpassungen und Pflege deines Blogs?

Soviel wie nötig. Bei Zeitüberschuss spiele ich auch schon mal mit diversen WordPress-Optionen herum und versuche mich im kreativen Widget-Basteln oder so.

  • Was recherchierst du, bevor du ein Buch rezensierst?

Das ist unterschiedlich. Meist Infos zum Autor, oftmals Themenhintergründe. Mal mehr, mal weniger.

  • Machst du auch einmal eine längere Pause vom Bloggen?

Ja. Richtige Pausen für z.B. Urlaub, Weihnachten, im Sommer blogge ich minimal weniger als im Winter. Da ich mich nicht jedes Mal in meinem Blog a la “Huhu, bin im Urlaub” an- und abmelden will (merkt sich eh kein Mensch), behalte ich den Blog im Auge, um gegebenenfalls mobil auf Kommentare reagieren zu können, neue Beiträge schreibe ich aber nicht.

  • Beeinflussen dich andere Blogger oder Verlage über Themen oder Bücher zu schreiben? Wie groß ist dieser Einfluss?

Der Einfluss ist naturgemäß da, aber nicht entscheidend. ich würde es auch eher Inspiration nennen.

  • Wie entscheidend ist für die die Aktualität eines Buches? Schreibst du lieber über aktuelle Bücher oder ist der Erscheinungszeitpunkt egal?

Völlig egal. Ich lese Klassiker und auch Neuerscheinungen, es gibt nur bestimmte Genres, die ich nicht lese. (Dazu gehören u.a. so “neuartige” Kategorien wie “young adult” oder “chicklit”.)

Lieber Tobi, danke für die vielen interessanten Fragen, die ich mir gerne auch bei anderen teilnehmenden Bloggern durchlesen werde, teilweise bin ich schon sehr gespannt!

 

 

Vielen Dank fürs Teilen!

3 comments

  1. Seitenfetzer -

    Ave,

    da spricht (bzw. schreibt) ein Mensch, der sein eigenes Ding durchzieht und zufrieden mit sich ist. Teilweise sind deine Antworten eine überaschend-angenehme Abwechslung (wobei ich ehrlich gesagt auf bestimmte Social Media Kanäle wirklich ungern verzichten möchte).

    Mit freundlichen Grüßen,
    Seitenfetzer

  2. Devona -

    Ja, das könnte man so sagen. Ich nutze das Internet seit nunmehr 21 Jahren und als ich anfing, war ich auch kein Teenie mehr. Ist ne Altersfrage, irgendwann wirst Du gelassener und ehrlich gesagt, bin ich froh drum. Social media wird immer eine individuelle Sache sein, je nachdem, wieviel Zeit man dem einräumen möchte und was es einem persönlich bringt. Für mich persönlich sind da 80% heiße Luft und den Rest filtere ich so, dass ich das bekomme, was ich will: Infos. Ich hab 1000 Dinge, die ich gerne tun möchte und wovon mich der social media Kram letztendlich abhält, deshalb setze ich da wirklich Prios. Kann aber jeder machen, wie er mag, auch das sehe ich entspannt. 🙂 Und HIER hab ich Spaß. Und auch nicht den Anspruch, dass mich jeder verstehen möge…

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