#Blogfragen für Buchblogger: 15 Fragen

 

Stefan Mesch hat eine Liste mit 15 Fragen für Buchblogger veröffentlicht, die ich auch abgearbeitet habe.

01 Das Lieblingsbuch meiner Mutter:

Ob sie EINS hat, weiß ich nicht, auf jeden Fall liebt sie die Lyrik von Eva Strittmatter und stand mit der Schriftstellerin bis zu ihrem Tod in (hand)schriftlicher Verbindung.

02 Das Lieblingsbuch meines Vaters:

Da kann ich leider nicht mehr fragen, ich weiß aber, dass er großer Hemingway-Fan war.

03 Ich führe einen typischen Buchblog, weil…

…ich die Quintessenz der von mir gelesenen Bücher irgendwo aufbewahren möchte. Das macht man spätestens dann, wenn man voller Vorfreude ein Buch aufschlägt und nach den ersten Seiten feststellt: öööhm, das hab ich schon mal gelesen. Soll vorkommen, nicht Alles brennt sich ins Gedächtnis ein. Und wenn ich es schon aufschreibe, kann ich andere ja auch mitlesen lassen.

04 Ich bin anders als die Blogs, die ich gern lese, weil…

Ich denke nicht, dass ich komplett anders bin als andere Buch-Blogs. Es ist ein thematischer Blog, der sich sicher nur in Optik und persönlichem (Schreib-)Stil von anderen Blogs unterscheidet. Vielleicht bin ich inhaltlich ein wenig minimalistischer als Andere: keine Blogtouren, keine Lesevents, keine Verlosungen, keine Spielchen, kein Sub, keine Listen, was ich wann mal noch lesen will oder nie geschafft habe, zu lesen, weil…eben all das, was ich woanders auch nicht lese, weil es mich vom Wesentlichen ablenkt. Höchstwahrscheinlich bin ich auch nicht ganz so gut vernetzt wie Andere, sehe das aber entspannt.

05 Am Bloggen überrascht mich / beim Bloggen habe ich gelernt, dass…

Ich habe gelernt bzw. bin ich immer noch dabei, zu lernen, mich KURZ zu fassen und versuche, effektiv zu arbeiten. Niemand hat die Zeit (und auch nicht die Lust, das sagt nur Keiner 😉 ), ellenlange Abhandlungen zu lesen, ich mache das in anderen Blogs auch nicht. Bei der Fülle an Blogs und Informationen muss ich Prioritäten setzen. Ich denke, das handhaben andere ähnlich.

06 Helfen Amazon-Rezensionen? Wobei? Wie?

Mir helfen sie nicht und ich lese sie auch extrem selten. Zu viele Fakes. Amazon nutze ich quasi als „Nachschlagewerk“, wenn ich mal ganz schnell eine ISBN o.ä. brauche.

07 Hilft Literaturkritik in Zeitungen und Magazinen? Wobei? Wie?

Lese ich sehr selten (am ehesten noch „Fix Poetry“), für mich ist das Randinfo und meist nicht hilfreich. Ich denke, da werden Bücher aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, als ich ihn habe. Ich habe keinen hyperintellektuellen Anspruch und muss ein Buch nicht en Detail tot analysieren, für mich ist lesen immer noch zu einem großen Teil Entspannung, das Verlassen des Alltags, Eintauchen in andere Welten. Das darf mich gerne unterhalten und muss mich nicht permanent zu geistigen Höchstleistungen heraus fordern.

08 Helfen Blogs? Wobei? Wie? Wem?

Sie helfen, Informationen zu bekommen, die mir ein Verkaufsportal nicht bietet. Blogs sind bunt und so verschieden, dass für Jeden etwas dabei ist: der Eine mag es strukturiert, der Andere eher chaotisch mit viel Bling-Bling. Ich hab die Möglichkeit, schnell das zu finden, was mir persönlich liegt und für mich das heraus zu ziehen, was für mich wichtig ist. Unabhängige Blogger sind zum Großteil mit Herzblut bei der Sache und haben kein wirtschaftliches Interesse, von daher messe ich ihren Meinungen eine beachtenswerte Bedeutung bei.

09 Wahr oder falsch: “Ich blogge vor allem, weil ich mich über Bücher austauschen will und im persönlichen Umfeld nicht genug Menschen habe, mit denen ich das könnte.”

Falsch. Ich bin in einem bibliophilen Haushalt aufgewachsen, habe das selbst genauso an meine Kinder weiter gegeben und bin auch immer noch von Menschen umgeben, die selber lesen und mit denen ich mich darüber austausche. Ein Blog bedingt in gewisser Weise aber schon Austausch, deshalb ist wahr hier auch nicht falsch 🙂

10 Mein persönlicher Geschmack und meine Prinzipien beim Lesen und Bewerten:

Ich bewerte nach dem gängigen 5-Sterne-System, obwohl ich damit nicht so ganz glücklich bin. Manche Blogger verzichten auf diesen – nennen wir es mal – „ersten Anhaltspunkt“. Ich habe aber festgestellt, dass ich selber ihn schon bei anderen für den ersten Eindruck nutze. Oberstes Prinzip ist für mich, dass mir das Bloggen Spaß macht. Ich lese nicht mehrere Bücher parallel.

edit 07/2016: ich habe mich mittlerweile vom gängigen Sterne-System getrennt, da ich es für mich als nicht optimal empfinde. Statt dessen spreche ich Leseempfehlungen für Bücher aus, die mir gefallen haben. Das erspart mir auch, über Bücher zu schreiben, die mir NICHT gefallen haben, ich empfinde das als Zeitverschwendung.

11 Wer liest mich? Habe ich eine Zielgruppe?

Ich habe keine Ahnung und betreibe Statistik nicht um der Statistik Willen. Ich registriere kontinuierlich steigende bzw. stabile Zugriffszahlen und bin damit zufrieden. Ich selber habe nicht wirklich eine Zielgruppe definiert. Keiner liest etwas, was er nicht mag, Keiner surft Seiten an, die ihm optisch auf den Zeiger gehen. Insofern werde ich wohl von Leuten gelesen, die das Komplettangebot mögen.

12 Habe ich Vorbilder?

Da fehlt mir jetzt der Bezug, aber ganz allgemein: nein. Ich bin auch aus dem Alter raus, wo man zwangsläufig welche haben muss 😉

13 Welche Ratschläge würde ich meinem früheren Lese-Ich geben? Kann man lernen, Bücher besser auszusuchen, zu entdecken und zu genießen? Wie?

Durch das Bloggen differenziere ich besser. Glaub ich jedenfalls. Nachdem ich meine „klassische und philosophische Phase“ mit Anfang 20 exzessiv ausgelebt habe (folgend auf die „romantische Phase“, inklusive des Sammelns von Märchenbüchern aus aller Welt), habe ich mich danach mehr oder weniger zur Krimi- und Thriller-Leserin entwickelt, die recht unreflektiert zugegriffen hat. Ich versuche mittlerweile aber wieder (auch durch ein paar Lese-Challenges), mich anderen Genres und Themen zu nähern.

14 “Verlage brauchen mich für PR. Sie brauchen mich mehr, als ich sie brauche” …oder “Toll! Autoren und Presseabteilungen suchen Kontakt und bieten mir Bücher an. Was für ein Glück!” Was überwiegt?

Ich denke, es kommt auf ein gutes Miteinander an und nicht darauf, wer wen „braucht“, das impliziert bei mir irgendwie ein Abhängigkeitsverhältnis, das wäre für mich keine Basis. Ich kann mich derzeit über das Verhältnis nicht beschweren, habe allerdings auch keinen extrem intensiven Kontakt zu Verlagen.

15 Was soll sich tun in meinem Blog und in meinem Leser-/Schreiber-Leben in den nächsten fünf Jahren:

Gute Frage. Da ich den Blog hobbymäßig betreibe und kein Berufsblogger bin, kann ich mich treiben lassen. Vom Zeitgeist, von persönlichen Vorlieben, vom Spieltrieb bei den technischen Möglichkeiten von WordPress, ich bin da sehr entspannt. Das ein oder andere unausgegorene Projekt geistert schon durch meinen Kopf (Stichwort „Indie“), momentan aber nichts Konkretes..

eine offene, kompliziertere Frage, die mich selbst sehr beschäftigt: Bei wieviel Prozent der Bücher, die ich gelesen habe, denke ich danach: Mist. Ich wünschte, ich hätte das nie gelesen…? Steigt oder fällt diese Prozentzahl, Jahr für Jahr. Und: Warum?

Die Prozentzahl ist in der letzten Zeit besonders im Krimi/Thrillerbereich gestiegen und ich schätze sie auf pi mal Daumen ca. 70%. Das schliesst Bücher UND Hörbücher ein, wobei ich sagen muss, dass die Hörbuchsprecher so manches Mal noch einen Bewertungspunkt heraus holen können.

Konsequenterweise lese ich einige Autoren überhaupt nicht mehr, auch wenn sie nach wie vor Bestseller produzieren und sehr beliebt sind. Ich muss nicht jeden Hype verstehen und kann durchaus sagen: tausend Begeisterte KÖNNEN gar nicht irren, das MUSS an meiner Blödheit liegen 😉

Allerdings habe ich kürzlich genreunabhängig beschlossen, kein Buch mehr fertig zu lesen, welches mich nicht schon nach den ersten Kapiteln irgendwie „packt“, was mich nervt oder langweilt. Das dürfte den Prozentsatz in absehbarer Zeit wieder extrem drücken. Das Leben ist zu kurz für schlechte Bücher ( wobei jetzt dieses „schlecht“ mein völlig subjektiver Leseeindruck ist). Natürlich rezensiere ich nicht fertig gelesene Bücher nicht.

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Vielen Dank für die auch für mich selber doch recht aufschlussreichen Fragen an Stefan Mesch!

 

 

3 Comments Showing 50 most recent
  1. Neyasha

    Interessante Fragen und Antworten. 🙂 Ich finde auch, dass das Leben zu kurz für schlechte Bücher ist (wobei ich auch schon manchmal Bücher dermaßen schlecht fand, dass ich schon wieder meinen Spaß daran hatte *g*).

    Sternewertung oder nicht – das ist wirklich eine schwierige Sache. Ich habe jahrelang meine Bücher mit Sternchen bewertet und mache es rein für mich immer noch, habe aber vor kurzem auf dem Blog damit aufgehört. Der hauptsächliche Grund ist, dass ich die Wertung oft eine Weile später gern ändern würde, während die Kritikpunkte der Rezension an sich fast immer unverändert bleiben.

  2. Devona
    Devona Post author

    Ich finde solche umfangreichen Fragebögen ab und an mal spannend, diverse Stöckchen oder Montag- bis Sonntag- Füller meist eher gar nicht. Und klar, extrem schlechte Bücher (also die, die JEDER schlecht findet) haben ihren ganz eigenen Fun-Faktor, ich habe bei diesem Kannibalen-Buch von Wrath James White auch so manchen Lachflash gehabt.

    Ich finde das wirklich sehr schwierig mit den Sterne-Wertungen, ich sehe es für mich als ersten, sehr groben Anhaltspunkt, kann natürlich nicht einschätzen, wie es andere nutzen. Nur nach den Sternen zu gehen, ist natürlich auch irgendwie oberflächlich, das mache ich nicht. Ich weiß von mir selber, dass ich manches Mal für irgendwelche gehypten Sachen, die andernorten durchgängig jubelnde 5 Sterne abgreifen, nur ein müdes Kopfschütteln mit einem winzigen Stern übrig hatte.

    Ich ackere mich aber auch ungerne ohne jedweden Anhaltspunkt durch was weiß ich wieviel fremden Text (bei den favorisierten Blogs ist das eine andere Sache, ein paar wenige wie u.a. deinen, Lesestunden oder Winterkatze lese ich regelmäßig, da „kennt“ man den Rezensenten schon etwas) etwas nur um am Ende festzustellen, dass der Rezensent das Buch nun doch verreißt oder das es von vornherein eh nix für mich gewesen wäre. Deinen Einwand verstehe ich aber….ging mir auch schon so, dass ich gewisse Bewertungen mit etwas mehr Abstand wieder ändern wollen würde. Schwieriges Thema…

  3. #blogfragen: Literaturblogs, Buchblogs in 15 Fragen… und 133 Antworten | stefan mesch

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